Infos zum Workshop

Thema des Workshops

Moderne Technologien sind ein zentraler Bestandteil des Alltagslebens der meisten Menschen. Personen nahezu jeden Alters nutzen Smartphones, die viele Funktionen, die früher auf mehrere verschiedene Geräte aufgeteilt waren, in ein einziges integrieren. Auch in den Haushalten gewinnen IoT-Devices immer mehr Einzug. Daher ist es notwendig und in der Forschung bereits vielerorts begonnen worden, sich mit den Einflüssen dieser umfassenden Technologien auf das Wohlbefinden auseinanderzusetzen.
Eine Idee, die auch auf der Privatnutzer-Ebene vorangebracht wurde, ist die des Smart Homes [1]. Dabei wird auch das Stichwort Ubiquitous Computing immer zentraler: Um Aktivitäten intelligenter Systeme optimal auf die Situation der Nutzer:innen abstimmen zu können müssen mehrere Informationen zeitgleich gesammelt und integriert werden, beispielsweise durch Kameras und Sensoren oder physiologische Messungen [2,3]. Ein interdisziplinärer Forschungsansatz kann dazu beitragen, wohlbefindensförderliche Aspekte von IoT zu ergründen, mehrere Faktoren und Datenquellen zu verbinden und bei der Entwicklung neuer Technologien zu berücksichtigen.
Die Zielsetzung, Wohlbefinden bei der Entwicklung mitzubedenken oder sogar in den Fokus zu setzen, hat in den letzten Jahren zunehmende wissenschaftliche Aufmerksamkeit erfahren [4,5,6]. Gerade in Bereichen wie dem Ambient Assisted Living ist diese von sichtbarer Bedeutung [7,8]. Doch in allen Anwendungen müssen emotionale Faktoren berücksichtigt werden, um Akzeptanz durch die User zu gewährleisten [2]. Das Design von Hardware und Software für wenig technologie-affine Anwender:innen muss Usability-Kriterien erfüllen, bei der Planung von Smart Homes spielt die User Experience eine zunehmende Rolle und assistive Technologien müssen bei den Nutzer:innen Vertrauen und Sympathie auslösen. Ansätze wie Gamification, grafische User-Interfaces und Aufklärung über die Funktionsweisen neuer Technologien tragen dazu bei.
Die Vielzahl an erreichbaren Daten aus Smart Homes und ubiquitärem Computing kann integriert werden um Nutzerverhalten zu modellieren und das Potential von Empfehlungssystemen zur Förderung des Wohlbefindens zu nutzen. Darüber hinaus werden Anwendungen entwickelt, die das Wohlbefinden ihrer Nutzer:innen als Primärziel haben. Gesundheits-Empfehlungssysteme unterstützen Nutzer:innen darin, ihr gesundheitliches Wohlbefinden aufrecht zu erhalten [9,10]. So sorgen beispielsweise Unterhaltungselektronik, aber auch automatisierte Klimatisierung und modifizierbares Licht für eine angenehme Umwelt. Auch soziale Interaktionen können durch IoT unterstützt und gefördert werden und so die Lebensqualität der Menschen erhöhen [11].

Ziel des Workshops

Ziel des Workshops ist es, Forschende aus den Bereichen Smart Home und Gesundheitsförderung zusammen zu bringen und aktuelle Arbeiten in den relevanten Themenbereichen zu sammeln und zu verknüpfen. Dabei soll ein umfassendes Gesamtbild geschaffen werden, wie der Mensch durch nutzerzentrierte Lösungen in seinen Bedürfnissen und Beziehungen zu anderen Menschen und der Gesellschaft im Smart Home unterstützt werden kann.
Der Austausch soll Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen, die in beinhalteten oder angrenzenden Themenbereichen forschen und neue Technologien entwickeln, die Möglichkeit geben weitere Aspekte aufzugreifen, die mit ihrer Arbeit in Verbindung stehen und sich zu einem ganzheitlichen Ansatz integrieren lassen.

Zielgruppe

Der Workshop richtet sich an Wissenschaftler:innen und Praktiker:innen, die entweder bereits an genannten Technologien arbeiten, die Wohlbefinden, die Vermeidung von Technostress und soziale Faktoren adressieren, oder in umliegenden Themenfeldern an Technologie forschen und arbeiten, die sich hierauf anwenden lässt und so zu einer positiven Entwicklung beitragen kann.

Ablauf

Nach Umstellung auf eine digitale Konferenz werden wir den ursprünglichen Plan des Workshops in ein Format umwandeln, dass sich per Videokonferenztools und kollaborativer Online-Werkzeuge umsetzen lässt.

Der Workshop wird mit einer kurzen Einführung in das Themenfeld beginnen. Darauf folgt die Präsentation einiger ausgewählter Beiträge in einem Videokonferenztool mit der Möglichkeit, Präsentationen einzubinden und reichlich Zeit zur moderierten Diskussion dazwischen.

Anschließend wird sich in virtuellen Kleingruppen ähnlich der World-Café-Methodik über das Gehörte und eigene Erfahrungen und Methoden ausgetauscht um gemeinsam weitere Ideen zu entwickeln. Dabei können gemeinsam über Online-Tools Ideen gesammelt und visualisiert werden. Das Online-Format ermöglicht die Teilnahme auch denen, für die die Anreise nach Magdeburg im September sonst ein Hindernis gewesen wäre und erleichtert außerdem sicherlich anschließend die weitere Vernetzung. Auch unsere Website wird im Nachgang einen Zugriff auf die Ergebnisse ermöglichen.

Die Einreichungen werden im Vorfeld durch ein Peer-review-Verfahren, unterstützt durch weitere im Themenfeld erfahrene Wissenschaftler:innen, mit mindestens zwei Reviewern pro Einreichung beurteilt werden und die besten zur Präsentation im Workshop ausgewählt. Sie sollen anschließend im Workshopband der Konferenz abgedruckt werden.